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Foto von Nathan Dumlao auf Unsplash

Impuls für den Monat Juni

Liebe Gemeinde,
während ich diese Zeilen schreibe, bereiten sich die KonfirmandInnen in unserem Gemeindebereich auf ihre Konfirmation im Mai vor.       

Wenn Sie hier den Gemeindebrief lesen, sind die Jugendlichen bereits Konfirmierte. Wir hoffen, erbitten und wünschen den jungen Leuten guten Mut und Zuversicht, um gestärkt und mit Gottes Segen in die Zukunft zu schauen, zu gehen und diese zu gestalten. 

In Gesprächen mit ihnen, wie auch anderen Jugendlichen und jungen Erwachsenen spüre ich eine gewisse Skepsis, hier und da gar Verzagtheit, wenn es darum geht, die „Zukunft“ zu erwarten. Wo werde ich den Platz in der Gesellschaft finden der meinen Begabungen und Talenten entspricht,  den ich gern und gut ausfüllen kann? Wer – oder was – bietet mir Sicherheit? Wie sieht meine Lebenssituation in einigen Jahren aus? 

Finde ich später – ob in Ausbildung oder Studium – eine kleine Wohnung, oder wenigstens ein Zimmer, das bezahlbar sein wird? Wird es noch die Demokratie geben? Werden wir weiter in Frieden leben können? 

Berechtigte Gedanken und Fragen die uns den Zustand unserer Welt spiegeln und uns allen sicher auch nicht fremd sind.

Berechtigte Fragen auch an mich… 

Was ist der Grund meiner Zukunftshoffnung?

Tatsächlich kann ich die Fragen nicht zufriedenstellend mit einem Ergebnis beantworten, denn ich weiß die Antwort nicht. Auch ich weiß natürlich nicht, was kommen wird, wie unser aller Zukunft sein wird. Und ja – auch mich beschleicht manchmal ein seltsames Gefühl, wenn ich mir die Lage der Welt vor Augen halte… 

Zwar habe ich im Detail keine Antwort parat, versuche aber, den Grund und Ursprung meiner Hoffnung für die Zukunft – wie immer sie dann auch daher kommen mag – zu beschreiben.

Als Christin probiere ich mich an der Bibel zu orientieren. Ich entdecke, dass schon „damals“ diese Fragen an der Tagesordnung waren. Auch in unruhigen, innerlich und äußerlich  instabilen Zeiten, in Kriegsbedrohung, mit Fluchterfahrungen, in Krankheit, mit wenig Ressourcen  und der Frage, wie soll und kann alltägliches Leben gelingen.

Ständig begegnen wir Menschen in der Bibel, die sich bedroht fühlen, überfordert sind. „Lost“ scheinen, wie wir es heute ausdrücken würden. Doch wir begegnen auch denen, die genau da dann Mut machen, den Horizont zu erweitern, den Blick zu heben und dafür eintreten, eine andere Perspektive zu entwickeln. Die um Zuversicht ringen, wohlwissend, dass dies allein nicht die Probleme des Alltags lösen kann. Es kann aber helfen, die Haltung zu verändern, Kraft und guten Mut zu generieren. Die aufzeigen, dass Gott da ist.

Eine solche Haltung findet sich zum Beispiel in dem Konfirmandenspruch, den einige der Neukonfirmierten für sich als Denk – und Leitspruch entdeckt haben, und der ihre Konfirmationsurkunde ziert.

„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ Psalm 18, 30

Hier stellt sich die Hoffnung ein, dass – komme was mag – meine Sprungkraft um Hürden, Hindernisse und Mauern zu überwinden, nicht aus mir allein erwachsen muss.   

Es ist keine Garantie, dass alles gut ist oder bleibt. Es ist aber die Garantie, dass unsere Zukunftsängste, unser bangen um Frieden und gutes Leben in einem größeren Zusammenhang stehen.

Gott ist es, der will, dass Mauern in den Köpfen und real fallen sollen, dass friedliches Miteinander selbstverständlich sein soll und Grenzen gewaltfrei überwunden werden.

Damit soll, darf und muss es unsere Sehnsucht sein, dass Kriegsmauern fallen, dass Mauern der Unterdrückung, des Schweigens und der Lieblosigkeit einstürzen. Gelingendes Leben soll für alle möglich sein.

Dazu gehörte es dann auch, beizeiten ein bezahlbares Zimmer zu finden, eine stabile Lebensgrundlage haben zu dürfen, natürlich.

Meine Zukunftshoffnung: Mit Gott an unserer Seite nicht zu verzagen, Hürden als Herausforderung anzunehmen und mich selbst damit gesellschaftlich einzubringen.

Mauern überwinden helfen – und selbst darauf vertrauen Hilfe zu bekommen. Mit Gottvertrauen in die Zukunft zu schauen und zu gehen – jeden Tag neu, Schritt für Schritt.

Je nachdem, wo Sie Ihren Sommerurlaub verbringen, fotografieren Sie vielleicht ja sogar Mauern (oder stehen plötzlich vor Mauern)…

Möge es Ihnen – wie auch den Konfirmierten, wenn sie auf ihre Urkunde schauen –  einen Gedankenblitz wert sein:

„Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen“!

Ihre Diakonin

Cornelia Brennemann

Neuigkeiten

Jubelkonfirmation 2024

Liebe Gemeinde, am 14. April 2024 konnten wir mit 33 Jubelkonfirmandinnen und Jubelkonfirmanden die Jubelkonfirmation feiern.  Bei den 33 Jubilaren waren 17 Goldkonfirmierte, zwei Menschen die die Diamantene Konfirmation feiern

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