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Impuls für den Monat Juli

„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“

Amos 5,24

Sommerzeit ist Reisezeit. Viele Menschen zieht es in diesen Wochen ans Wasser: an Seen, Flüsse oder ans Meer. Wasser erfrischt, belebt und schenkt neue Kraft. Wer am Ufer sitzt und dem Fließen eines Baches zusieht, spürt oft etwas von der Ruhe und Beständigkeit der Schöpfung.

Dieses Bild greift der Prophet Amos auf. Allerdings spricht er nicht von einem idyllischen Urlaubstag. Er richtet sein Wort an Menschen, die zwar Gottesdienste feiern, dabei aber die Not anderer übersehen. Amos erinnert daran: Gott interessiert sich nicht nur für schöne Worte und fromme Rituale. Ihm liegt am Herzen, wie Menschen miteinander umgehen.

Recht und Gerechtigkeit sollen nicht nur gelegentlich aufblitzen wie ein kurzer Sommerregen. Sie sollen beständig sein wie ein Bach, der auch in trockenen Zeiten nicht versiegt. Recht geschieht, wenn Menschen fair behandelt werden, wenn Schwächere geschützt werden und wenn jede und jeder eine Stimme bekommt. Gerechtigkeit wächst dort, wo wir teilen, aufeinander achten und die Würde jedes Menschen ernst nehmen.

Gerade die Ferienzeit kann dafür den Blick schärfen. Wer unterwegs ist, begegnet Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten. Manche genießen unbeschwerte Urlaubstage. Andere können sich eine Reise nicht leisten. Das Wasser, an dem wir Entspannung finden, erinnert uns auch an die vielen Menschen, deren Lebensweg von Unsicherheit und Ungerechtigkeit geprägt ist.

Der Monatsspruch lädt uns deshalb ein, nicht nur die Schönheit des Wassers zu genießen, sondern auch seine Bewegung zum Vorbild zu nehmen: Wie Wasser seinen Weg sucht, so sollen auch Recht und Gerechtigkeit ihren Weg durch unser Leben finden: in unseren Familien, in unserer Gemeinde, an unseren KiTa’s, Schulen und Arbeitsplätzen und überall dort, wo wir Verantwortung tragen.

Für uns als Gemeinde bedeutet das, aufmerksam zu bleiben für Menschen, die Unterstützung brauchen. Es bedeutet, Räume zu schaffen, in denen Menschen willkommen sind und sich gehört fühlen. Und es bedeutet, immer wieder zu fragen: Wo können wir dazu beitragen, dass Gottes Gerechtigkeit sichtbar wird?

Mögen die Sommertage uns Erholung schenken. Und möge das Wasser uns daran erinnern, dass Gottes Wille für diese Welt nicht Stillstand ist, sondern ein lebendiger Strom von Recht und Gerechtigkeit.

Pfarrer Dieter Herberth

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