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Impuls für den Monat Oktober
"Erntedank"
Liebe Gemeinde,
der Oktober ist klassisch der Monat in welchem wir feiern, dass wir die Erträge der Natur einfahren dürfen. So langsam sind die Tomaten geerntet, die Felder bestellt, die Ernte ist eingeholt, die Äpfel sind gepflückt und der Kürbis lagert im Keller und wartet auf seine Verwendung. Wir feiern „Erntedank“!
Das Erntedankfest ist ein meist fröhliches Fest in unseren Kirchen am ersten Sonntag im Oktober. Es erinnert uns daran, dass nichts von dem, was wir haben, selbstverständlich ist.
Das Klima dieses Sommers, die heißen Tage, das fehlende Wasser in unseren Flüssen erinnern uns schmerzlich daran, dass es den Menschen – ja der Menschheit an sich – gut täte, demütig mit den Gaben der Natur und unseren Ressourcen umzugehen. Da wäre „weniger“ manchmal „mehr“- und trotzdem bliebe immer noch Grund genug zu danken.
Wir leben von der Güte Gottes. Nichts von dem, was wir zum Leben brauchen, können wir selbst machen. Wir können keinen Apfel erzeugen, keine Biene, die bestäubt, herstellen.
Wenn wir Erntedank feiern, dann stehen die Gaben die wir in der Kirche zusammen tragen und dekorieren, stellvertretend für die Gaben, die unser persönliches Leben reich machen: das Dach überm Kopf, die gesundheitliche Versorgung, Familie, Freunde, mein Arbeitsplatz, usw. Allzumal, wenn wir erfahren, dass bezahlbares wohnen zum Luxusgut avanciert, mehr denn je der Erhalt bestimmter Arbeitsplätze in Frage steht. Ich merke, wie wertvoll es ist, was ich habe – und spüre Dankbarkeit.
Reiner Kunze drückte es einmal so aus: „Wir haben ein Dach und Brot im Fach und Wasser im Haus, da hält man´s aus. Und wir haben es warm und haben ein Bett. O Gott, dass doch jeder das alles hätt´“.
Meine Dankbarkeit als Lebenshaltung. Dankbarkeit, die mich sensibel werden lässt, für das, was andere brauchen. Dankbarkeit, die mich ins tun bringt und den anderen in den Blick nimmt, wenn er etwas nötig hat.
Dankbar aber auch für unsere Welt und unsere Natur. Spürend dass wir alle eine Verantwortung dafür tragen. Nicht müde werdend, zu erinnern, dass jede und jeder ihren und seinen Beitrag dazu leisten kann – oder sogar muss – diese Welt als eine lebenswerte zu erhalten.
Dankbar für diese im Ursprung „gute Schöpfung“ horche ich in mich hinein, was meine Aufgabe ist beizutragen, dass diese Welt eine bleiben möge, in der auch noch meine Enkelkinder gerne sein mögen. Auch wenn bedrohliche Szenarien auf uns einwirken – es ist noch nicht zu spät…
Wie heißt es in Psalm 103:“Vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat“.
Seien wir dankbar – und: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!
Ihre Diakonin
Cornelia Brennemann
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